Isidor Gistl – ein Glaspionier

Der Kommerzienrat Isidor Gistl (1868 – 1950) prägte den Glasmacherort Frauenau nachhaltig. Sein wirtschaftliches Geschick, sein Weitblick verbunden mit seinem kulturellen und sozialen Engagement machten ihn zu einer Unternehmer-persönlichkeit der ganz besonderen Art.

Gistl war Zeit seines beruflichen Lebens in der Glasbranche tätig. Nach führenden Positionen bei Poschinger in Frauenau und in der Kristallglashütte Steigerwald in Regenhütte pachtete er 1906 die Poschinger-Hütte in Frauenau/Moosau. Er gründete damit sein eigenes Unternehmen und firmierte fortan unter dem Firmen-namen „Krystallglasfabrik Frauenau I.Gistl“.

In Zeiten der größten wirtschaftlichen Krise baute er eine eigene Glashütte. In den Jahren 1923-25 entstand so in Frauenau eine der modernsten Kristallglasfabriken Europas. Gistl gab damit Hunderten von Glashütten-Arbeitern eine Existenz und sorgte mit 185 neuen Arbeiterwohnungen für ordentliche Wohnverhältnisse. Auch eine Betriebskrankenkasse und eine Betreuung für die Arbeiterkinder gab es. Der ebenfalls neu errichtete Gistl-Saal wurde für Frauenau und die Umgebung zum kulturellen Mittel-punkt. Die Konzerte, Theater, Kinovorführungen, Tanzveranstal-tungen und Faschingsbälle waren stets gut besucht.

Die Ära Isidor Gistl endete mit seinem überraschenden Tod am 25. März 1950. Seine Witwe und Alleinerbin Pauline Gistl führte den Betrieb umsichtig und verantwortungsvoll weiter. Die Fabrik gehört heute zum österreichischen Konzern Riedel Glas. 2018 soll sie endgültig geschlossen werden.

Klappentext für „Isidor Gistl – ein Glaspionier“

Der Kommerzienrat Isidor Gistl (1868 – 1950) prägte den Glasmacherort Frauenau so nachhaltig wie kaum ein anderer. Er war eine Unternehmerpersönlichkeit ganz besonderer Art. In Zeiten der größten wirtschaftlichen Krise erbaute er eine der modernsten Kristallglasfabriken Europas und gab damit Hunderten von Glashütten-Arbeitern eine Existenz. Sein wirtschaftliches Geschick, sein Weitblick sowie sein kulturelles und soziales Engagement machten ihn zum „Glaspionier des Bayerischen Waldes“.

Die Lebensgeschichte des Autors Helmut Schneck ist eng mit dem Werk von Isidor Gistl verbunden. Deshalb sammelte er über Jahrzehnte Dokumente und Fotos und erforschte die Historie rund um den faszinierenden Unternehmer und Frauenauer Charakterkopf. In diesem Buch erinnert er an das Leben und die Leistungen von Isidor Gistl und zeichnet die Geschichte der „Gistl-Hütte“ bis zur unmittelbaren Gegenwart nach.