Im Foyer: Briefbeschwerer aus Böhmen

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Böhmische Paperweights

aus der Sammlung von Margitta und Thomas Köhler

 

 

Blumen, Schmetterlinge und andere Tiere, ja sogar Menschenfiguren finden sich. Es sind faszinierende Motivwelten in den buntesten Farben, die Briefbeschwerer aus Glas in ihrem Innern beherbergen. Ihren Ursprung haben die Paperweights, so die international eingebürgerte Bezeichnung, in Italien und Schlesien/Böhmen, wo in den 1840er Jahren mit der Herstellung begonnen wurde, etwas später folgten Frankreich, England und Nordamerika. Seit dieser Zeit sind sie als Sammelobjekte begehrt. Mit viel Liebe bauten auch Margitta und Thomas Köhler aus Frankfurt am Main eine herausragende Sammlung von Paperweights in allen Facetten auf. Für diese Ausstellung stellte Margitta Köhler dem Glasmuseum Frauenau eine Auswahl ihrer schönsten Stücke zur Verfügung und gibt damit einen Einblick in die vielfältige Paperweight-Produktion in den böhmischen Glashütten.

Das Besondere an den Paperweights sind die zwei- oder dreidimensionalen Motive, die durch den Einschluss in einer „Glaskuppel“ vergrößert dargestellt werden. Durch einen Schliff der Glaskugel kann dieser Effekt verändert oder umgewandelt werden. In der Regel sind die eingeschlossenen Motive aus buntem Glas gestaltet. Es können aber ebenso Figuren aus einer porzellanähnlichen Masse oder speziell übertragene Fotos sein. Von der zeitlichen Einordnung unterscheidet man die „klassische Periode“ von 1840 bis 1870, in der die Paperweights oft Teil des Hüttenprogramms waren, und die „nachklassische Periode“ von 1870 bis 1945. In dieser Zeit entstanden die Objekte oft in Privatarbeit der Glasmacher. Allen gemeinsam ist aber, dass sie meist nicht praktisch als Briefbeschwerer verwendet, sondern als Liebhaberstücke aufgestellt wurden.