Studiensammlung – Sammlungen für Studien

Neueröffnung der SCHAEFER-Stiftung

Schnupftabakgläser aus dem Bayerischen Wald

Der Schnupftabak war im Bayerwald einst ein unverzichtbares Genussmittel. Zahlreiche Schnupftabakfabriken stellten das aromatische Pulver her. Viele passionierte Schnupfer machten ihren Schnupftabak aber nach streng gehütetem Rezept selbst.

Aufbewahrt wurde der Schnupftabak in kleinen, flachen Fläschchen aus Glas – typisch für den Bayerischen Wald mit seinen vielen Glashütten. Umgangssprachlich werden sie liebevoll „Bixl“ genannt. Es gab einfache Gläser für den täglichen Gebrauch, die in manchen Glasfabriken zum Produktionsprogramm gehörten. Oft wurden sie aber von den Glasmachern „geschunden“, also in den Arbeitspausen hergestellt. Kleine Kostbarkeiten waren die aufwändig gestalteten „Feiertagsgläser“, die oft eine ganz persönliche Note hatten, wie einen Namen, ein Monogramm oder ein Zunftzeichen für den Beruf des Besitzers.

So klein die Schnupftabakgläser auch sind, es finden sich alle Glasmachertechniken und sämtliche Arten der Glasveredelung auf ihnen wieder. Heute ist kaum noch ein Tabakglas in Gebrauch. Die „Bixl“ wurden in den letzten Jahrzehnten zu beliebten Sammelobjekten. Glasmacher und Veredler gestalten eigenwillige und höchst modern anmutende Kreationen, die die Schnupftabakgläser zu kleinen Kunstwerken werden lassen.

Die Sammlung der Schaefer-Stiftung ist die wohl größte Sammlung von Schnupftabakgläsern weltweit.

Am 24. März wird die SCHAEFER-Stiftung in einer runderneuerten Präsentation in der Studiensammlung eröffnet. Heiner Schaefer hat für diese neue und wesentlich erweiterte Ausstellung von Schnupftabakgläsern seine allerfeinsten Schätze zur Verfügung gestellt. Angefangen von den historischen Schnupftabakgläsern aus dem Bayerischen Wald und Böhmen bis hin zu den Tabakglas-Kunstwerken kann der Besucher nun die ganze Bandbreite der Schnupftabakgläser erfahren. Gleichzeitig wird im Foyer eine kleine Ausstellung gezeigt, die mit dem Titel „Repliken und Fälschungen“ ein ganz spezielles Kapitel der lebendigen Historie der Tabakgläser aufschlägt.

Mit Hilfe von Heiner Schaefers großzügigen Verbrauchsmitteln aus der SCHAEFER-Stiftung konnte die Vitrinen- und Beleuchtungssituation in der Studiensammlung vollkommen neu gestaltet und verbessert werden. Wir sind dafür sehr dankbar und stolz, Ihnen diese neue Gestaltung in Kürze vorstellen zu können.

 

 

Weitere Spezialsammlungen:

– Schmuckes Glas – Der Nachlaß von Franz-Josef Ginzel (Dauerleihgabe Franz Ginzel, Krefeld)

– Von der Masse zur Klasse  –  Gebrauchsglas (Slg. Kermer) und Luxusglas (Jugendstil-Slg. Bramenkamp) aus  Lothringen   (Frankreich)

– Böhmische Paperweights (Briefbeschwerer) –  Sammlung Margitta Köhler-Bloy, Frankfurt

– Böhmisches Glas 1840 bis 1930  –  Sammlung Dr. Ingild Janda-Busl, Bamberg

– Hinterglasmalerei von Spanien bis China – Sammlung Udo Dammert, Allgäu

und Sammlungsbestände zu verschiedenen Themen